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1549

1549

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Artikel-Nr.: BINE CD26

CD

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1549

electronique.it (It)
Die lange Produktionsgeschichte von BineMusic hat uns immer wieder kleine Klangjuwelen des Deephouse beschert. Eine Erfolgsgeschichte, die 2003 mit dem exzellenten „Feld“ begonnen hat und für die ein Mann verantwortlich ist, der vielleicht der melodischste Byetone aller Zeiten ist, schließlich hat er uns seitdem mit einer ganzen Reihe an emotionalen Spagaten von Leuten wie Move D, Benjamin Brunn, Scanner, Marconi Union und anderen beschenkt.

Heute ist die Stunde von Lars Leonhard, einem Produzenten, von dem man immer noch wirklich wenig weiß und der auf der Plattform Deepindub mit einigen Releases, bei denen Dub im Mittelpunkt steht, zu hören ist.

Sein Debütalbum, das den Titel 1549 trägt, ist eine sehr lange Suite, die insbesondere die Liebhaber der düsteren Hintergründe der elektronischen Musik anspricht. Eine Reise, die ganz entspannt beginnt, mit einem Meister der Vokale, fortgesetzt von der Mitteilung eines Flugbegleiters, welche sogleich von einer der auserlesensten Melodien überflutet wird, die ihrerseits sofort die Regeln klarstellt. Jene Regeln einer Reise, die von mikroskopisch kleinen Details, Luftpolstern, Tautropfen und nicht greifbaren Nebelschichten charakterisiert wird.

“Decision Height” ist all das. Das Stück kommt genauso daher und offenbart ein echtes Talent, welches ein ganzes Füllhorn voller Gefühle und Hingabe für die vollkommene Finsternis in wenige Noten zu fassen vermag. Ein Ozean von Gefühlen, den viele zu beschreiben versuchen und der uns vor eine Reihe von bewegenden und immer neuen Erzählungen stellt. Lars ist einer von den Künstlern, die genau das erzählen, was sie in ihrem tiefsten Inneren fühlen und deren Musik Ausdruck ihrer persönlichen Haltung ist.

“Clear Air Turbulence” macht nichts anderes, als diese Klangspirale, die so überreich an Elementen ist, fortzusetzen. Unzählige Bestandteile, die von Tönen einer Klaviatur zu weitaus organischeren Substraten, zu Schlagfragmenten und unendlichen Klangteppichen werden und schließlich das Gefühl hervorrufen, sich im Zentrum eines inneren Universums zu befinden, in dem die mannigfachen unterschiedlichen Gesichter der Emotionen unablässig rotieren.

Das Werk steigt um zusätzliche Grade und erhebt sich zu einem Ambientklang, sanft geschrieben und jedes Musikstück von unterschiedlichen Gesichtspunkten in Angriff nehmend und daher zu jedem Zeitpunkt wie etwas sehr Komplexes und sorgfältig Gepflegtes klingend. Der Anstieg der Intensität führt das Werk an einen Punkt, an dem der Rhythmus seinem dringenden Wunsch nun endlich einzusetzen nachkommt und so die ganze sorgfältig komponierte Virtuosität mit einem Konzentrat aus Techno und House im Stile des Dub überspielt.

“1549”, das Titelstück des Werkes, markiert tatsächlich den Höhepunkt dieser Explosion und präsentiert sich als Strudel von Gefühlen, die in einem Flechtwerk auf allerhöchster technologischer Ebene mit der Dynamik des Trance flirten. Wir befinden uns nun in der rhythmischen Dimension des Albums, mit wunderbar gedämpften Bässen, die in höchster Auflösung geometrische Figuren skizzieren, während sich an der Oberfläche ein melodisches Gewitter austobt, welches seine Faszination direkt den Ambient-Bereichen des Werkes verdankt, um sich bis in alle Ewigkeit den regelmäßigen Schlägen anzugleichen, die das Ganze auf eine völlig neue Ebene heben.

Das, was am allermeisten beeindruckt, bleibt letztendlich die Sorgfalt, mit der jedes Musikstück vollendet wird. Keine sorglose Auswahl oder mühelose Implementierung, sondern komplexe Arrangements, die unter Verwendung von noch mehr Technik sowie durch eine gewissenhaft ausgewählte Bandbreite an Klängen entstehen. Eine perfekte Symbiose aus Geometrie, millimetergenauen und gewagten Einschnitten, allumfassenden und weitläufigen Sinuskurven, paradiesischen Klaviaturen und suggestiven Hintergründen. Eine CD, die man wieder und wieder anhören kann und die das maximale Klangerlebnis bietet, wenn man sie über Kopfhörer anhört; nachts, oder wie es der Autor dieses Textes gemacht hat, während einer nächtlichen Joggingrunde.

Dreht sie auf, lasst sie herein.

 

thelastbeat.com (DE)
Fieldrecordings treffen auf Dubtechno, so in etwa könnte man die Essenz von Lars Leonhards 1549 zusammenfassen. Tatsächlich ist das eines dieser Alben, deren Detailtiefe und Facettenreichtum sich erst beim mehrmaligen Hören erschließen. Denn es ist immer was los, selbst wenn es zuerst gar nicht so zu sein scheint. Sehr dicht, mit warmen Pads und Flughafen-Samples. Musik zum Reisen, wie man so schön sagt. Funktioniert aber auch für alle Daheimgebliebenen.

 

Vital Weekly (NL)
Nach einem Nachmittag und einem Abend mit Main, Zoviet*France und Lustmord habe ich Zeit, über ein paar Dinge nachzudenken. Über Ambient-Musik, über Live-Musik - und währenddessen läuft diese CD von Lars Leonhard, von dem ich noch nie gehört habe. Natürlich spiele ich sie nicht in der gleichen Lautstärke wie die Musik auf dem Konzert, aber trotz allem läuft sie etwas lauter. Vielleicht werde ich taub oder möchte das Konzertgefühl von letzter Nacht wiederholen?

Die Ambient-Musik, die Teil von Leonhards Welt ist, unterscheidet sich von der von Main, Zoviet*France und Lustmord, obwohl es eine Zeit gab, in der Zoviet*France diese Art von Musik auch spielten: Ambient House. Jede Menge Synthesizer, klickende Dance-Rhythmen und Feldaufnahmen von Flughäfen. Der Titel der CD basiert auf dem US Airways Flug 1549, der 2009 im Hudson River abgestürzt ist, und Leonhard hat dessen Geschichte ausführlich studiert. Dieses Album hätte ebenso gut auch zur Hochzeit des Ambient House 1996 auf Silent Records veröffentlicht worden sein - einer Zeit, in der Silent eines der besten Labels in diesem Genre war und eine experimentellere Position als viele bekanntere einnahm. Leonhards Musik hüpft über die Arpeggios, immer begleitet von dem tickenden Rhythmus und gelegentlichen Dub-Einwürfen (mit der Konzentration auf Delays statt auf pumpende Bässe) auf diesem durch und durch sehr unterhaltsamen Release.

Wie ich bereits sagte: die nächste Rückkehr wird die von Ambient House. Wenn wir erst einmal alle genug von kosmischen Klängen haben und uns nach etwas mehr Rhythmus sehnen, werden wir wieder gemütlich chillen. Bine Music trifft genau den richtigen Zeitpunkt. (FwD)

 

De:Bug (DE)
Erinnerungen an eine unfassbare Notwasserung. 1549, das die Flugnummer des Fliegers, der wie ein Kranich im Hudson in New York landete. Sicher und elegant, aber eben auch enorm verwegen. So schwingt auch das Album mit einem ganz eigenen Puls. Wer immer wieder Schnipsel des Funkverkehrs kurz vor dem Unglück er- wartet, wird enttäuscht. Zum Glück, möchte man sagen, denn das wäre zu einfach. Der Sinkflug der Passagiermaschine liegt als immer latent präsente Metapher über den Tracks, lässt die Dubs noch tiefer strahlen. Denn Leonhard ist ein kleiner Meister der verdubbten Glückseligkeit, verlässt sich ganz auf seinen Instinkt beim Bau dieses Albums, fährt die Motoren ganz langsam hoch, um- schifft die offensichtlichen Verstrudelungen mit lockerer Geste und baut sich so Track für Track sein ganz eigenes Universum. Die abgeblendeten Bleeps weisen den Weg, ganz wie beim klassischen Anflug auf die Landebahn. 1549 ist eine Hommage an den Moment.

 

Coolibri (DE)
Nachdem er bereits 2010 mit atmosphärischen und dennoch clubbigen Nummern "Citylights" aud em BineMusic Label-Sampler aud sich aufmerksam machte, kommt der Düsseldorfer Soundschrauber Lars Leonhard nun - ebenfalls auf dem Essener Label - mit seinem Debütalbum an den Start. Auf 1549 dominieren eher zurückhaltende Klanglandschaften, die Beats halten sich dezent im Hintergrund und überlassen Flächen und sphärischen Klängen das Feld. Der Titel des Albums erinnert an den Flug 1549 der US Airways, der im Jahr 2009 wegen Vogelschlags notlanden musste, und die Tracks erzählen die Geschichte des Ereignisses. Eine schöne Platte, die Lust auf mehr Releases macht.

 

Westzeit (DE)
Schon auf der letzten Bine-Labelkompilation fiel er "mit seinen Twin-Peaksigen, später sehr angenehm groovenden "Citylights" auf (s. WZ 05/10), nun legt der Düsseldorfer sein erstes "richtiges" Album vor. "1549" befasst sich thematisch mit dem zur Legende gewordenen US-Airways-Flugzeug, das wegen Vogelschlags kurz nach dem Start auf dem Hudson River notwasserte (der Abgeklärtheit des Piloten verdanken die Insassen ihr Leben). Auch das Album wird von sanften Synthieflächen dominiert und fließt ruhig und doch zielstrebig durch fein dosierte Effekt(ein)streuungen. Leonhard durfte zwar aus juristischen Gründen keine Schnipsel des Original-Funkverkehrs einbauen, löst das Problem aber mit anderen Flug-affinen Samples recht souverän.

 

HeimatDesign (DE)
... Lars Leonhard nahm ein sattes Gelb. Der Düsseldorfer Musiker, einst Mitglied der Band Chaos Digital, sorgte bei der Expo2005 in Japan für die Beschallung des deutschen Pavillons. „1549“ ist sein erstes Soloalbum. Ein atmosphärisch dichtes, spannendes und vor allem betont ruhiges Werk. Der Titel bezieht sich auf die Flugnummer jenes Airbus A320, der im Jahr 2009 in einer Höhe von knapp tausend Metern mit Kanadagänsen kollidierte und im Hudson notwassern musste. Alle Passagiere überlebten den Crash. Für das Cover hätte man spektakuläre Bilder finden können, doch das ist nicht der Stil der Essener. „Auf plakatives Bildmaterial oder eindeutige Soundschnipsel haben wir bewusst verzichtet“, erklärt Rößger. „Das wäre zu billig gewesen.“

 

Uni-Magazin Düsseldorf (DE)
Im November erschien seine erste komplett eigene CD. Er hat sie „1549“ genannt. Das ist die Flugnummer jenes spektakulären US-Airways-Flugs, der am 15. Januar 2009 von New Yorker LaGuardia Flughafen in Richtung Seatle starte und sechs Minuten später, um 15.32 Uhr, im Hudson notwasserte, weil ein Schwarm kanadischer Wildgänse in die Turbinen geraten war. Passagiere und Besatzung, zusammen 155 Menschen, konnten den Airbus verlassen. „1549“ ist, wenn man so will, ein elektronisches Stimmungsgemälde. Die CD beginnt dann auch, konsequent, mit Flughafendurchsagen. Weshalb diese Rahmenthematik? „Ich hab damals in den Nachrichten von dem Flug gehört. Bei Youtube hab ich dann den originalen Funkverkehr entdeckt und mir gedacht: ‚Da  musst Du noch was zugeben’. So kam es zur Musikproduktion einer sensationellen Notwasserung.“ Ursprünglich wollte Leonhard den Funkverkehr zwischen dem Cockpit und dem New Yorker Tower als Tondokumente und Zitate in die Musik mit einbeziehen. Aber aus juristischen Gründen war das nicht möglich.