Mario Hammer And The Lonely Robot | Je L’ai Câlissée Là


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Mario Hammer And The Lonely Robot | Je L’ai Câlissée Là

Artikel-Nr.: BINE CD37
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Das Leben ist ein Mysterium. Umso eindrucksvoller ist es, dass es Menschen gibt, die die Gabe besitzen, dieses Mysterium auf künstlerische Weise zum Ausdruck bringen zu können. Vielleicht ist Mario Hammer And The Lonely Robot selbst ein Mysterium, das sich strikt gegen eine Erklärung wehrt. Doch genau dieser blinde Fleck, diese großartige Leerstelle besitzt die Kraft, Musik erlebbar zu machen und einen Schritt näher am Sinn und Zweck des Mysteriums anzukommen. 

Bereits das Debütalbum L’esprit De L’escalier war ein voller Erfolg und bescherte den Hörern eine wunderbare Andersartigkeit. Am 02.06.2017 erscheint nun das neue Album Je L’ai Câlissée Là von Mario Hammer And The Lonely Robot bei BineMusic.

Leben, Lieben, Lachen. Schmerz, Schamgefühl, Schuld. Trauer, Trost, Tatendrang. Hoffnung, Heilung, Hilflosigkeit. Einsamkeit, Egoismus, Enttäuschung. Übergangslos erleben wir eine harmonische Verbindung all dieser und vieler mehr Emotionen, die uns hypnotisch in den Bann ziehen. Hier wird man mit der Wahrheit konfrontiert. Einzigartig clever verpackt müssen wir uns am Ende vielleicht eingestehen, dass das, was wir von der einen auf die andere Minute fühlen können, zwar aufbrausend und einnehmend ist, dass uns aber genau diese Eigenschaft menschlich macht. 

Die zehn sehr unterschiedlichen Titel, die differenten Sprachen und Sprichwörtern gewidmet sind, nehmen uns mit auf eine Reise durch die Gefühlswelten des menschlichen Daseins. Oder darf der Interpret an dieser Stelle psyochologisiert werden und stattdessen sprechen wir wohl eher von der Reise durch sein Gefühlschaos? Denn durchaus verarbeitet Mario Hammer in seiner Musik eine Zeit des Nachdenkens und Grübelns. Er selbst nennt das Lebenserfahrung. Wir dürfen Teil dieser Erkenntnis werden und vielleicht wird uns bewusst, wie oft wir uns doch selbst beim Hören der Musik wiederfinden können. 

Es ist sowohl die Kreativität, als auch das enorme Feingefühl für Töne und Klangfarben, die dieses Album ausmachen. Vierzehn Monate hat Mario Hammer in Zusammenarbeit mit Josef Steinbüchel ein Emotionen- und Klangkarussell entwickelt, dass nicht nur unsere Sinne berührt, sondern ebenso Gedanken anregt. 

Angenehm sanft wird das Album mit Y’aburnee (Arabic) eröffnet und löst wahrhaftig und schon fast unbemerkt, durch seine kluge Zusammensetzung, ein Gefühlschaos aus. Darf ich egoistisch sein, wenn es um den Tod eines anderen geliebten Menschen geht?
Tarvotur (Icelandic) gibt keine Antwort auf diese Frage, denn hier wird mit Tränen geantwortet. Dabei ist es jedem selber überlassen, ob diese Tränen aus einer Trauer, Freude oder gar Wut heraus entspringen. Sie sind da und dieser Titel untermalt in bester Weise eine Frage, auf die es scheinbar keine Antwort zu geben scheint, wie uns Mamihlapinatapai (Yaghan) weiterführend vermittelt. Das Sprichwort umfasst die Bedeutung eines wortlosen, aber aussagekräftigen Blicks, der von zwei Leuten geteilt wird, die sich wünschen, etwas zu initiieren, aber dennoch zögern, etwas zu beginnen.

Ist Je L’ai Câlissée Là (French) das Ende dieser Geschichte? Zunächst scheint es so, denn durchaus versetzt der Track uns in eine zunehmend traurige Stimmung. Einen Schlussstrich ziehen, abrupt mit etwas abschließen, dass man doch als schön, als romantisch und großartig empfand. Weiche Töne umhüllen den schmerzhaften Gedanken daran, diesen einzigen Menschen wegschicken zu müssen, der doch für so lange Zeit diese Hand gehalten hat und nie bereit gewesen wäre, loszulassen. Aber Loslassen? 

Die tiefliegenden Impulse, die nach einer nachdenklich gestimmten Phase Tenalach (Irish) einleiten, deuten etwas anderes. Schmerz gehört zur Liebe dazu. Beides verbindet sich unabdingbar in einer rhythmischen und sich gegenseitig zu bedingenden Zusammenführung. Denn egal ob wir Gefühle vertuschen, leugnen und uns selbst mit Blick in den Himmel anlügen, das Leben besteht aus Gezelligheid (Dutch), wie die dazugehörige Aufnahme großartig zum Ausdruck bringt. Hier fügen sich langsame und schnelle Rhythmen zu einer angenehmen unaufhaltsamen Mitgeh-Bewegung zusammen. 

Zeitgleich jedoch darf auch mal Backpfeifengesicht (German) gerufen werden, wobei dieser Ausruf vermutlich mehr in Ironie mündet, vielleicht mit einer kleinen Prise Wahrheit, die das Stück mit Impulsen und sich gegenseitig ergänzenden Töne zum Ausdruck bringt. Vielleicht steckt auch ein Lächeln dahinter. Dann wird es wieder ruhig. 

Der Übergang zu Aay’han (Mando’a) kann mit einem wahrhaftigen Gedankengang verglichen werden, der sich langsam und dann immer lauter zu vollziehen beginnt. Dieser bittersüße und zugleich vollkommene Moment der Trauer und Freude, in dem du realisierst, das diejenigen, die du verloren hast oder die gegangen sind, irgendwo gerade feiern oder die Zeit ihres Lebens haben. Hier wird es fast schon philosophisch und eben dieser Philosophie wird darin Wahrheit eingepflanzt.

Am Ende heißt es Verkackt Die Dritte (German) und benötigt wohl keine, auch innermusikalische Begründung dafür, dass das Leben weitergeht, egal, wer man gerade ist oder zukünftig sein will, mit wem man gerade feiert oder auch das Bett teilt, von wem man sich gerade verabschiedet hat oder noch muss. Eine Mischung aus Trauer, Nachdenklichkeit, Ironie, Spaß und Freude untermalen den letzten Titel und bieten einen perfekten Ausdruck darin, das Leben auch genau so zu verstehen. 

Release Date //  June 02, 2017
Format // Digital Album // CD
Catalog Nr // BINE CD37
EAN // 880319865824

 

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